Beeindruckende Taizé-Andacht – Stunde des Lichts

Sänger begeisterten durch faszinierende Vorstellung

Allagen ( thof ) :

Taizé-Andachten erfreuen sich seit geraumer Zeit stetig steigender Beliebtheit. Jetzt durfte sich auch die Kirchengemeinde Allagen/Niederbergheim anlässlich der Fastenzeit über ein ganz besonderes religiöses Erlebnis freuen. Der Ort Taizé liegt im Süden Frankreichs, im Burgund. Hier liegt die Heimat einer ökomenischen Bruderschaft, die das gemeinsame intensive Gebet, ein Leben in Einfachheit, Gastfreundschaft und soziales Engagement und vieles andere mehr zu ihren Prinzipien zählt, denen sich die Taizé-Anhänger verpflichtet fühlen. Dort entstanden innovative Formen des Betens; dabei werden kurze einfache Texte und Lieder immer wieder vorgetragen, um ihnen Nachdruck zu verleihen. Sie sollen aufkommenden Gedanken Halt geben und die beteiligten Menschen dabei unterstützen, die gesungenen Texte zu verstehen und wirklich anzunehmen. Hubertus Struchholz, Markus Buchheister, Antonius und Heinrich Münstermann sowie Adalbert Simon haben offensichtlich von der geschilderten Form, Gebete und Lieder miteinander zu verbinden , gehört und stellten ihre Interpretation jetzt der heimischen Kirchengemeinde vor, um zum einen an die Grundideen der Fastenzeit zu erinnern und zum anderen Gebets- und Liedtexte vorzutragen und sie mit ungemeiner Eindringlichkeit und in einer beeindruckenden Atmosphäre  vorzustellen. Ergänzend präsentierte sich die Kirche St. Johannes Baptist nur gering – und zwar indirekt – beleuchtetTaize3_1, was die Dichtigkeit und Intensität der Vorträge in ganz besonderer Weise ganz hervorragend unterstrich.  Für die Besucher der Andacht stellten die Veranstalter Kerzen bereit, die diese vor sich auf den Kirchenbänken aufstellen und anzünden konnten. Mit kurzen, biblischen Texten eröffneten Iris Störmann und Markus Gosmann  die Andacht, ehe dann die fünf Sänger unter der musikalischen Leitung von Hubertus Struchholz von der Orgelbühne aus ihren ersten Einsatz hatten. Selbst wer schon vorher wusste, dass sich die Allagener Kirche durch eine hervorragende Akustik auszeichnet, wurde vom die ganze Kirche füllenden A-Capella-Gesang der Sänger überrascht und gefangen genommen. Gelungen war der Eingangsgesang, den A. Simon und seine Mitstreiter gewählt hatten, großartig ihre tolle musikalische Qualität und Ausdruckkraft und einfühlsam ihre Präsentation. Zentrale Bedeutung hatte zunächst das von I. Störmann und M. Gosmann vorgetragene „Vater unser…“ Zum einen erhielten der gegenüber der Originalfassung geänderte Text eine besondere Aktualität und Nachdrücklichkeit. Zum anderen wurde die Wirkung der Worte durch die im Wechsel gesungenen Passagen ungemein intensiviert. Selbst gläubigen Christen wird beim Beten der Stelle „und gib uns unser tägliches Brot“ nicht immer in letzter Konsequenz bewusst, wie viel Hunger und Elend es in unserer von Reichtum geprägten Welt trotzdem noch gibt. Gerade die Wechselwirkung – gesprochene Texte/gesungene Passagen – sorgten dafür, dass die Dringlichkeit des Anliegens für jeden Besucher förmlich greifbar wurde und die Aufforderung an jeden ging, sich wieder mit den Grundideen des Glaubens zu beschäftigen. Der mahnende, großartig intensiv vorgetragene Gesang  „Bless the Lord, my soul, und bless God’s holy name. Bless the Lord my soul, who leads me into life!” („Preise den Herrn, meine Seele und seinen heiligen Namen, Preise den Herrn, meine Seele der mich ins Leben geleitet“)  und  dürfte den Besuchern der Andacht sicher noch lange im Gedächtnis haften bleiben. Gemeinsam beteten die Besucher dann noch einmal zur Bekräftigung das traditionelle, ihnen vertraute „Vater unser“. Nach intensiven, von I. Störmann und M. Gosmann vorgetragenen Fürbitten nutzte Pastor Raoul van Lieshout den Rahmen der in jeder Beziehung beeindruckenden Veranstaltung, auf die unendliche Güte Gottes hinzuweisen, sich vor allen Dingen dann an ihn zu wenden, wenn kein Ausweg möglich scheint. Herzlich luden I. Störmann und M. Gosmann sowie auch Pastor van Lieshout alle Besucher ein, sich abschließend in aller Stille noch ein wenig Zeit für ein ganz persönliches Gebet zu nehmen. Eine Stecknadel hätte man in dieser Phase  fallen hören können, so nachdrücklich beeinflusste die offensichtlich vorangegangene Andacht alle Besucher, das Gebet zu suchen und zwar in aller Stille und ganz persönlich. Damit fand auch das eigentliche Ziel der Andacht seine Verwirklichung, sich in absoluter Stille für eigene Belange und die anderer Menschen ein wenig Zeit zu nehmen – und das in einer Welt, die von Hektik und Betriebsamkeit regiert wird.  Tief beeindruckt zeigten sich alle Besucher auch noch nach Verlassen des Gotteshauses, standen sie doch noch immer unter der Wirkung des meditativen Charakters der Texte und Lieder, die eine ganz außerordentliche Intensität und Kraft besaßen. Gern nutzten sie vor der Kirche die Gelegenheit, allen Akteuren für ein großartiges Erlebnis zu danken und sprachen die Hoffnung auf eine Fortsetzung dieser Art von Andacht aus, deren Grundidee darin besteht, Kirchenleben mit einfachsten Mitteln zu gestalten und Gläubige dabei mit einzubeziehen.