Kolpingsfamilie besuchte Großbaustelle

Besucher über Brückenbauwerk begeistert!

Allagen ( thof):

Einen Volltreffer landete jetzt die Kolpingfamilie Allagen mit ihrem Angebot, zur „Talbrücke Nuttlar“ zu fahren und das gigantische Bauwerk unter fachkundiger Leitung von Bauleiter Richard Mede zu besichtigen. Mehr als 20 Interessenten trafen sich zunächst im Pfarrheim und erlebten dort eine kompakte Einführung durch den ehemaligen, langjährigen Mitarbeiter von Straßen-NRW Heinz Piekarz. Anhand eines Plans ging H. Piekarz zunächst kurz auf die Lage der Brücke, ihre Abmessungen, Konstruktionsmerkmale und vieles andere Wissenswerte ein, so dass die Technik-Freaks danach um so gespannter waren, was sie wohl in Nuttlar erwarten würde. Bauleiter R. MedeBrücke1 begrüßte seine Gäste zunächst, stellte ihnen dann die Brückenkonstruktion vor und nannte einige Daten. So beträgt die Brückenlänge über 600 m – die Baukosten belaufen sich auf mehr als 40 Mio € – die größte Spannweite beträgt mehr als 115 Meter – die Pfeiler sind mehr als 110 Meter hoch. Kaum vorstellbar waren dann die von R. Mede genannten Massen. So wiegen die höchsten Pfeiler mehr als 4500 Tonnen, die gesamte Stahlkonstruktion etwa 8100 Tonnen. „Aufgrund der großen Spannweite kam keine Spannbetonkonstruktion in Frage – vielmehr haben die Konstrukteure eine Stahlverbundkonstruktion gewählt. Dabei wurden dieBrücke3einzelnen Brückenteile in Nürnberg vorgefertigt, über die Straße nach Nuttlar transportiert (Gewicht der Transporte ca. 250 Tonnen, Wegstrecke mehr als 900 Km) oder mit Schiffen bis Hamm und dann weiter auf der Straße zum Zielort. Vor Ort werden die einzelnen Stahlelemente schließlich zusammengeschweißt und dann Meter um Meter von Pfeiler zu Pfeiler vorgeschoben. Derzeit fehlen nur noch einige Meter Brückenstahlkonstruktion – der Lückenschluss erfolgt in Kürze.Brücke2 Letztlich erhält die Stahlbrücke dann noch einen Fahrbahnüberbau aus Stahlbeton. Als Fertigstellungstermin nannte R. Mede das Jahr 2015. Durch den nahegelegenen Wald wanderten die Besucher dann – immer mit Blick auf die kühne Brücke – ins Tal, um sich von dort aus ein Bild von den enormen Pfeilerhöhen zu machen.Brücke4

Zurück ging es dann über Kallenhardt, wo die Möhnetaler kurz einkehrten, um über die gewonnenen Erkenntnisse zu diskutieren und vor allen Dingen, um „Reiseleiter“ Heinz Piekarz für einen erlebnisreichen Nachmitttag zu danken.