Info-Veranstaltung zum Möhne-Life-Projekt

Begeisterung, aber auch kritische Fragen

Allagen ( thof ) :

Erfreulich gut besucht war die Info-Veranstaltung zum Stand des „Möhne-Life-Projektes“ zu der Norbert Hurtig, Leiter der beim Kreis Soest angesiedelten Unteren Wasserbehörde, zahlreicheLife1_1 Besucher aus dem Raum Allagen/Niederbergheim und darüber hinaus willkommen heißen konnte. Kurz stellte er dann seine Mitarbeiter vor, die mit nach Allagen gekommen waren, um über den derzeitigen Ausbaustand und die weiteren konkreten Planungen zu berichten: Stephanie Terren, Philipp Büngeler und Birgit Dalhoff. Projektleiterin S. Terren beschrieb noch einmal kurz das Projekt, das vor ca. 3 Jahren in Allagen vorgestellt wurde, zu erheblichen Teilen aus EU-Mitteln finanziert wird und das erklärte Ziel aufweist, die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) Möhne-Oberlauf und Möhne-Mittellauf zu verbessern. Dabei sollen in den betroffenen Gebieten im Laufe des ca. 5-jährigen Projektzeitraums Voraussetzungen für einen erfolgreichen und nachhaltigen Naturschutz in den Möhneauen  geschaffen werden. In anschaulicher Weise beschrieb S. Terren, warum nach Ansicht von Fachleuten Veränderungen getroffen werden sollten: „Die Möhne und ihre Auen wurden in der Vergangenheit sicher aus damals guten Gründen durch Begradigung, Uferbefestigung und andere bauliche Maßnahmen stark verändert. Früher vorhandene, naturnahe Gewässerstrukturen wie Kiesbänke als Laichplätze für Bachneunaugen oder Uferabbrüche als Brutplätze für Eisvögel und artenreiche Auewiesen mit Sumpfdotterblume und Wiesenknöterich gingen dabei allerdings größtenteils verloren.

Durch das aus EU- Mitteln und vom Land NRW geförderte Life-Naturschutzprojekt sollen die obere und mittlere Möhne und ihre Auen in den FFH-Flächen bis Ende 2014 renaturiert werden. Erklärtes Ziel des Möhne-Life-Projektes ist, die Arten-undLebensraumvielfalt entlang der Möhne wieder herzustellen!“.
Deutlich betonte S. Terren abschließend: „Bei dem geplanten Vorhaben wollen wir die Bewohner längs der Möhne mit in die geplanten Veränderungen einbeziehen und hoffen diesbezüglich auf Vorschläge aus Ihren Reihen – der „Lebensraum Möhne“ soll zu einem „Erlebensraum Möhne“ entwickelt werden !“

Gern griff Dipl.-Ing Philipp BüngelerLife2 die grundsätzlichen Ausführungen seiner Vorrednerin auf und wandte sich seinerseits bereits umgesetzten Maßnahmen und konkreten weiteren Planungen für den Bereich zwischen Allagen, Möhnebrücke-Dorfstraße, und Niederbergheim zu.Anhand von Bildern zeigte er sehr anschaulich, dass z.B. die bereits erstellte Flutrinne an der Möhnebrücke Dorfstraße erste Veränderungen bewirkt hat und sie damit ihre Funktion erfüllt. Konkret wird es in diesem Jahr u.a. darum gehen, Teile der vorhandenen Uferbefestigung zu beseitigen, eine Laufverlängerung der Möhne zu bewirken und Ersatzauen zu schaffen. Um der tief in ihrem Bett liegenden Möhne schon bei einem Mittelwasser zu ermöglichen, über die Ufer zu treten, sollen Teile der Auen niedriger gelegt werden, was nur zu erreichen ist, wenn erhebliche Bodenmassen – geplant sind ca. 6 000 cbm – abgefahren werden. Gern ging der erfahrene Bauingenieur während seines Vortrags und auch noch danach auf kritische Fragen der Besucher ein und wusste sie auch erschöpfend zu beantworten. Herzlich lud S. Terren in diesem Zusammenhand alle Besucher ein, sich gemeinsam mit ihr bereits vollzogene Veränderungen im Raum Scharfenberg und Rüthen im Rahmen einer Exkursion anzusehen. Nachdrücklich forderte sie auch alle Gäste auf, geplanten Veränderungen durch eigene konstruktive Vorschläge positiv zu beeinflussen und sie ihr zukommen zu lassen: Stephanie.Terren@Kreis-Soest.de !

Gern nutzten viele interessierte Gäste den Rahmen der Veranstaltung zu intensiven weiteren Gesprächen mit Mitarbeitern der Kreisverwaltung und Mitbewohnern. Life4_1Life3_1