GV der Schützenbruderschaft St. Sebastian

Standing Ovations für Berthold Risse

Wanderpokal geht erstmals in den Norden

Allagen (thof) ∎ Mit Standing Ovations verabschiedeten die Allagener St. Sebastianus-Schützen den aus dem Amt scheidenden Schriftführer der Bruderschaft Berthold Risse und signalisierten damit deutlich ihre Hochachtung für ein sicher kaum zu überbietendes Engagement für das Schützenwesen: „Viele Jahre hast Du Deinen Sachverstand und Dein handwerkliches Geschick eingebracht und für die Lösung von Problemen gesorgt, wenn andere längst aufgegeben hatten. Mit in unseren Dank beziehen wir natürlich Deine Gattin Ulrike ein, die Dir den Rücken freihielt, wenn Schützentermine bzw. –aufgaben mal wieder Vorrang genossen. Danke Berti! Wir respektieren Deinen Entschluss, nach 24-jähriger Vorstandsarbeit nicht erneut zu kandidieren, werden Dich aber sicher schmerzlich vermissen!“ Mit treffenden und emotionalen Worten beschrieb Oberst Walter Risse das ungewöhnlich engagierte Wirken eines herausragenden Schützenfunktionärs, der im vergangenen Jahr durch Verleihung des höchsten Ordens des Sauerländer Schützenbundes ausgezeichnet worden war.

Zuvor hatte Oberst Walter Risse alle Schützen herzlich begrüßt – besonders hieß er dann Präses Pastor van Lieshout willkommen und dankte ihm für die vorher gemeinsam gefeierte Schützenmesse. Sein besonderer Willkommensgruß galt weiter Amtsoberst Ernst Adams, Kreisehrenvorstandsmitglied Ditmar Pankoke, König Stefan Hübner, allen Ehrenmitgliedern mit Ehrenoberst Dieter Beckschäfer an der Spitze, dem Blasorchester Allagen sowie dem Spielmannszug Allagen, der Vertretung der Niederbergheimer Bruderschaft und der VAK-Damengarde, die die Bedienung der Schützen übernahm. Ein Ausrufezeichen setzte der Oberst bei dem Totengedenken, als er Terroropfer in Frankreich mit einbezog. Gern folgte Präses Pastor van Lieshout der Bitte des Oberst, zu den Schützen zu sprechen: „Ich fordere Euch nachdrücklich auf, zu den bekannten Schützenwerten zu stehen und das auch öffentlich zu bekunden!“ war der Kern seiner Ausführungen, die die Schützen mit zustimmendem Beifall bedachten.

Schriftführer Berthold Risse verlas das Protokoll der Generalversammlung 2014, ehe Oberst W. Risse in seinem Jahresrückblick für die Bruderschaft wichtige Ereignisse anschnitt.

Nachdrücklich ging er zunächst auf grundsätzliche gesellschaftliche Probleme ein, denen sich auch Schützen stellen müssen: „Die Bereitschaft unserer Mitbürger, sich für ein Gemeinwesen – z.B. für unsere Bruderschaft – zu engagieren, sinkt dramatisch. Das ist umso bedeutsamer, da die auf uns zukommende Aufgabenflut immer größer wird und von uns die Fähigkeit fordert, zeitgemäße Lösungen zu finden!“ Auszugsweise beschrieb Oberst Risse , welche Arbeiten Schützen und Vorstand im Laufe eines Jahres zu bewältigen haben: „So gilt es u.a., unsere Schützenhalle zu unterhalten und stetig zu modernisieren, um sie bei besonderen Gelegenheiten – wie dem tollen Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag – Gästen aus Nah und Fern in einem Top-Zustand präsentieren zu können!“ Kurz ging er auf bereits getätigte und noch anstehende Arbeiten ein und bat alle Schützen, den Vorstand bei letzterem zu helfen. Ausführlich und sehr anschaulich stellte Rendant Martin Kellerhoff anschließend Ausgaben und Einnahmen der Bruderschaft gegenüber, erläuterte größere Mehr-/Minder-Ausgaben/Einnahmen und kam letztlich zu dem Schluss: „Unsere Spielräume werden kleiner – die Spendenbereitschaft lässt allgemein nach – wir müssen unsere Einnahmen erhöhen, um besser aufgestellt in die Zukunft zu gehen!“ Einstimmig wurde der Vorstand unter Würdigung der ausgezeichneten und natürlich korrekten Arbeit des Rendanten auf Antrag der Kassenprüfer Markus Buchheister, Wilfried Wagener und Hubertus Struchholz entlastet. Angesichts der mahnenden Worte des Rendanten wurde die vom Vorstand vorgeschlagene Beitragserhöhung – von derzeit 20 € jährlich auf künftig 26 € jährlich – ohne Diskussion einstimmig beschlossen.

Zustimmung erfuhr auch der Vorschlag des Vorstandes, die Schießordnung den neuen Rahmenbedingungen anzupassen. So bietet die Bruderschaft für das Kompaniepokalschießen künftig nur noch vier gemeinsame Termine an und die Leistungsklassen wurden geändert: Klasse I: 0 – 219 Ringe; Klasse II: 220 – 249 Ringe; Klasse III: 250 – 300 Ringe. Größer war der Diskussionsbedarf schon bei dem Vorschlag des Vorstandes, angesichts eines erheblichen Defizits über die Schließung der Kegelbahn nachzudenken. Hier wird der Schützenvorstand Gespräche mit den noch vorhandenen 4 die Kegelbahn nutzenden Clubs führen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden, ob die Bahn weiter offen bleiben oder geschlossen werden soll.

Bei den folgenden Wahlen wurde Hubertus Struchholz zum neuen Rendanten der Bruderschaft gewählt. Da auch Adjudant Andreas Filthaut nicht erneut kandidieren wollte, sich aber kein Nachfolger für ihn finden ließ, stimmte der bisherige Amtsinhaber dem Kompromiss zu, seine Aufgaben für ein weiteres Jahr wahrzunehmen. Einstimmig wiedergewählt wurde Königsoffizier Thomas Roderfeld. Zu neuen Kassenprüfern wählten die Schützen Thomas Köhler und Joachim Freiböhle. Dirk Cordes, Stellvertretender Hauptmann der Mittelkompanie, stand anschließend im Focus. Ihm überreicht der Vorstand Orden und Urkunde des Sauerländer Schützenbundes für „Verdienste um das Schützenwesen“. Mit einer Urkunde honorierte die Bruderschaft die von Berthold Risse und Manuel Wolff (Jugendoffizier) geleistete Vorstandsarbeit.

Mit einem einstimmigen „Ja“ beantworteten die Schützen die Frage von Oberst Risse: „Sollen wir in diesem Jahr ein Schützenfest feiern?“. Es findet vom 11. bis 13. Juli 2015 statt.

War das Erstaunen über das Schießergebnis des letztjährigen Kompaniepokalschießens schon groß, so glich das diesjährige einer Sensation. Nicht einer der beiden Seriensieger – Süden oder Mitte – war erfolgreich; die Nordkompanie erreichte nach Platz 2 im Vorjahr in diesem Jahr erstmals die Position 1. Überglücklich nahm Hauptmann Gregor Helle den begehrten Pokal entgegen und wurde von allen Schützen begeistert gefeiert.

Mittelkompanie-Hauptmann Frank Wolter nutzte den Rahmen der Generalversammlung, alle Schützen zum Mittelkompaniefest am 28. März 2015 in die Möhnetalhalle einzuladen. Zu erleben ist das Theaterstück der Laienschauspieler „Die letzte Unschuld vom Lande!“ Siegfried Kutscher wies auf die Neuerung hin, nach der Fronleichnamsprozession mit allen Königen einen Frühschoppen zu begehen. „Bleibt noch ein wenig – diskutiert miteinander über unsere Bruderschaft und anderes, was Euch bewegt“ mit diesen Worten beendete Oberst W. Risse die Generalversammlung 2015 und lud alle Schützen herzlich ein, noch ein wenig in geselliger Runde zusammenzubleiben.