Überwältigender Zuspruch für gemeinsames Frühstück

Mehr als 200 Besucher im Hasenhaus

Allagen/Niederbergheim (thof) ∎ Auch nach dem gemeinsamen Frühstück, zu dem der Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde Allagen/Niederbergheim und der Niederbergheimer Kapellenverein Flüchtlinge und Gemeindemitglieder in die Schützenhalle Niederbergheim eingeladen hatten,Frühstück3_1 waren die beiden Motoren der Initiative Miriam Kühle (PGR) und ihr Gatte Andreas Kühle (Kapellenverein) immer noch sprachlos: „Wir waren im Vorfeld erfreut über jede Rückmeldung und rechneten schließlich mit etwa 100 Besuchern. Mehr als die doppelte Anzahl von Flüchtlingen aus dem gesamten Stadtgebiet und viele Gemeindemitglieder waren letztlich ins Hasenhaus gekommen, so dass der vorbereitete Speisesaal I nicht ausreichte und auch der angrenzende Speisesaal II noch eingedeckt werden musste. Wir mussten Brötchen u.a. nachordern, haben das allerdings gern getan!“

Der Startschuss für das gemeinsame Unternehmen fiel schon mit einer Hl. Messe in der Niederbergheimer Antoniuskapelle, in deren Verlauf Pastor van Lieshout mit großem Nachdruck auf das Flüchtlingsproblem in der ganzen Welt einging und feststellte: „Selbst wenn die schlimmsten Probleme weit entfernt von uns auftreten, sollte gerade uns Christen klar sein, dass wir zumindest hier vor Ort helfen müssen, Not zu lindern. Ein erster Ansatz ist sicher das anschließende gemeinsame Frühstück, zu dem ich Sie herzlich einlade!“ In Deutsch und in Englisch begrüßten Miriam und Andreas Kühle nach dem Frühstück alle Gäste und machten kein Hehl daraus, dass sie überwältigt von dem Zuspruch seien, den ihr Angebot fand: „Offensichtlich war es richtig und wurde auch Zeit, Sie alle einzuladen, um eine geeignete Plattform zu schaffen und über anfallenden Probleme zu sprechen!“

Gern nutzte OV Christian Lenze den Rahmen der Veranstaltung, den Organisatoren herzlich für ihre Initiative zu danken. Er überbrachte beste Wünsche aller Niederbergheimer Vereine und überreichte Gerrit Greiß einen Spendenbetrag, den die örtlichen Vereine beim „Adventsglühen“Frühstück5_1 erwirtschaftet hatten. Ausführlich gingen Gerrit Greiß und Karl-Heinz Spiekermann dann auf ihre Arbeit im Asylkreis ein, schilderten, in welch vielfältiger Form sie Flüchtlingen hier in Warstein helfen und wie wichtig es sei, weitere Mitarbeiter zu finden, die sie dann unterstützen könnten: „Unsere Schützlinge müssen sich in einer für sie völlig fremden Umgebung orientieren. Sie sprechen unsere Sprache nicht – brauchen also diesbezüglich Helfer. Sie werden bei Behörden- und Arztbesuchen häufig nicht angemessen beachtet – sie brauchen auch hier Unterstützung. Flüchtlinge, die schon länger hier wohnen, benötigen Arbeitsstellen und Wohnungen. Für die Bewältigung dieser und vieler anderer Probleme benötigen wir weitere Helfer, weil unser zeitlicher Spielraum ausgereizt ist!“Frühstück7_1 „Daniel“ aus Eritrea kam dann der Bitte beider nach, ganz konkret über seine Flucht und die damit verbundenen Widrigkeiten zu sprechen. Er zeichnete ein erschreckendes Bild über das, was er und viele andere Flüchtlinge erlebt und viele eben nicht überlebt hatten.

Kühle dankte abschließend allen, die mitgeholfen hatten, das gemeinsame Treffen vorzubereiten. Ihr besonderer Dank galt natürlich ihren Mitstreitern aus dem Pfarrgemeinderat, dem Vorstand des Kapellenvereins, der Schützenbruderschaft, dem Tambourcorps „Einigkeit“ Niederbergheim, der die Veranstaltung musikalisch begleitete und weiteren engagierten Helferinnen und Helfern:Frühstück2_1 „Wenn wir Sie zumindest ein wenig sensibler für das Flüchtlingsproblem gemacht haben, wenn Sie einige der unter uns wohnenden Flüchtlinge kennen gelernt haben und sie dann auch mal im Dorf ansprechen, wenn wir vielleicht vorhandene Berührungsängste ansatzweise abgebaut haben sollten – dann hat dieses Treffen sicher einen Sinn gehabt. Wenn wir es schaffen sollten, uns nach einiger Zeit erneut zu treffen, um festzustellen, dass sich etwas verändert hat, wäre das sicher das i-Tüpfelchen und würde uns alle überglücklich machen !“