Der Rosenkranzgarten in Allagen

Der Rosenkranzgarten in Allagen –
ein weit und breit einmaliger und besonderer Ort

von Dieter Beckschäfer, Wolfgang Rusche

In unmittelbarer Nähe der St. Johannes Baptist Kirche in Allagen zeigt ein nicht zu übersehendes Hinweisschild den Weg zu einem besonderen, pastoralen Ort – dem Rosenkranzgarten.

             Dieses kircheneigene Gelände wurde früher jahrzehntelang als Weideland verpachtet und lag ab etwa Anfang der 80er Jahre ungenutzt da.

Im Jahre 1982 trat Pastor Ernst Müller seinen Dienst als Pfarrer unserer Kirchengemeinde an und war 30 Jahre lang hier tätig – gleichzeitig war er der letzte Pfarrer unserer noch „selbstständigen Kirchengemeinde“.

Pfarrer Müller – leider 2017 im Alter von 79 Jahren verstorben –  stammte aus dem sehr christlich und katholisch geprägten Schlesien. Hier hatte und hat noch immer die Marienverehrung einen hohen Stellenwert innerhalb der katholischen Kirche. In seiner Heimat studierte Pastor Müller später – trotz kommunistischer Widrigkeiten –  aus tiefer Überzeugung Theologie.

Diese Lebensumstände haben ihn wohl wesentlich mit geprägt, und so kam er Mitte der 80er Jahre auf die Idee, dieses damals ungenutzte Areal in unmittelbarer Nähe zur Kirche zu einem besonderen Platz für die Marienverehrung umzugestalten, und damit war die Idee für die Anlage dieses Rosenkranzgartens geboren!

Mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung, aber vor allem auch durch großes, ehrenamtliches Engagement Allagener Handwerker und hilfsbereiter Bürger konnte  das Kirchengelände nahe des Dorfzentrums gestaltet werden.                

Die drei „traditionellen Rosenkranzgebete“ – der freudenreiche, der schmerzhafte und der glorreiche Rosenkranz – liegen dieser Anlage zugrunde.

Für jedes der 15 Geheimnisse finden wir hier eine Station, 14 davon jeweils durch ein Kupferbild verdeutlicht.                                           

Diese Kupferbilder wurden von einem inzwischen verstorbenen, gestalterisch sehr begabten schlesischen Künstler gefertigt und von Pastor Müller im eigenen PKW nach Allagen gebracht, teilweise unter widrigen Umständen durch den damals noch vorhandenen „Eisernen Vorhang“.

In ihrer Gestaltung bildet die 15. Station eine Ausnahme, denn hier sehen Sie statt eines Kupferbildes die Marienkapelle, welche die besondere Stellung Marias in der kath. Kirche unterstreichen soll – und die Kapelle ist in ihrer äußeren Form einer Kirche nachempfunden, die Pfarrer Müller als junger Priester in Schlesien hat erbauen lassen.

Im Laufe der Zeit sind dann leider die „ehrenamtlichen Helfer von damals“ gestorben, zudem trat Pfarrer Müller 2012 in den wohlverdienten Ruhestand. Danach geriet der „Roga“ zunächst ein wenig in Vergessenheit, und diese Anlage war im Laufe der Zeit nicht mehr ansehnlich und attraktiv. Das konnte und sollte so nicht bleiben.

Nach mehreren Überlegungen im KV und in einem kleinen Arbeitskreis u. a. mit Pastor van Lieshout, hat sich auf Initiative von Wolfgang Rusche (2. stellvertretender Vorsitzender im KV) ein „Helferkreis freiwilliger und ausschließlich ehrenamtlich tätiger Personen für den Roga“ gefunden, der diesen weithin einmaligen Ort wieder attraktiv hergerichtet hat und sich auch in Zukunft um dessen Pflege und den Erhalt für die Öffentlichkeit kümmern möchte. Weitere ehrenamtliche Helfer/Innen sind natürlich jederzeit herzlich willkommen.

In diesem Arbeitskreis bringt sich jeder freiwillig nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten ein!

Nur in Ausnahmefällen kommt eine Gartenbaufachfirma zum Einsatz.                       

So ist dieser Ort durch ehrenamtliches Engagement wieder über Orts- und Pfarrverbundsgrenzen hinaus bekannt und zu einem gern besuchten – vorwiegend natürlich pastoralen –  Treffpunkt in Allagen geworden.

Gastgruppen und Privatpersonen von Nah und Fern, aber auch vor allem die hiesigen „kirchlichen Vereine“, die Grundschule, sowie die Liturgie der Kirche in unserer Gemeinde nutzen diesen weit und breit einzigartigen Ort zu unterschiedlichen Anlässen – zum Gebet, zu Gottesdiensten, oder auch nur, um in Stille auszuspannen!

Alle, die sich von diesem Ort angesprochen fühlen, sind herzlich zu einem Besuch in den Allagener Rosenkranzgarten eingeladen.

So ist es von Kirchengemeinde und Ehrenamtlichen gewünscht und gewollt, und so soll es in Zukunft bleiben!

Gern bietet der „Roga – Arbeitskreis“ Gruppen vor oder nach einem Besuch des Rosenkranzgartens – nach vorheriger Anmeldung (!) –  die Möglichkeit, im nahegelegenen Pfarrheim eine „Kaffeepause“ einzulegen.

Die kath. Frauengemeinschaft Allagen/Niederbergheim (CFrAN) versorgt dort jede Gruppe gern mit Kaffee und Kuchen.

Nähere Informationen zu dem beschriebenen Angebot erteilt Wolfgang Rusche, Tel.:  0171 4153 912.