Fachleute im Haus Dasselm, Untersuchungen durch Denkmaltechnische Assistenten

Bördeschüler von Baudenkmal begeistert

Allagen/Soest ( thof )

Mächtig Leben herrschte am Freitag in nahezu allen Räumen des ehrwürdigen Haus Dassel. So war die Mittelstufe der Denkmaltechnischen

Assisteenten gemeinsam mit ihren Lehrern Dr. Silke Barlag und Dipl.-Ing. Wolfgang Born  zu Gast in Allagens Kulturzentrum. Herzlich wurden die fast 20 Schüler/innen mit ihrer Begleitung von Dr. Ferdi Ferber und Custos Rainer Kleeschulte begrüßt, die dann aber ohne Umschweife zur Sache kamen und deutlich machten, was sie sich vom Besuch der Bördianer erhoffen:
„Zunächst heißen wir sie – auch im Namen der Dorfinitiative – ganz herzlich willkommen und werden ihnen zunächst einen kurzen Einblick in das Haus, seinen Park und die prächtigen Innereien bieten. Danach setzen wir allerdings auf ihre Fachkompetenz und erhoffen uns  durch Ihre Untersuchungen des Hauses vielseitige Aufschlüsse!“
Gern griffen Dr. Barlag und W. Born die Worte Dr. Ferbers auf und bekräftigten:

„Wir werden heute damit beginnen, möglichst viele Räume aufzunehmen und für jeden ein „Raumbuch“ zu erstellen. Das bedeutet,  dass wir für jeden von uns untersuchten Raum detailliert beschreiben:
verwendeten Materialien,Verlege- und Einbauart von Böden, Wände, Decken Fenstern, Rollläden, Türen, Elektroinstallationen, Heizkörpern und Sanitärinstallationen.Eventuell treffen wir zusätzlich Aussagen zum Beispiel zum Oberflächenschutz oder Schallschutz!“e Börde-Schüler werden die gesammelten Infos in den nächsten Tagen und Wochen im Börde-Berufskolleg auswerten und digital darstellen, um sie dann mit den Haus-Dassel-Protagonisten auszutauschen.
In der gemeinsam eingelegten Mittagspause, in der sich Schüler/innen, Begleiter und HD-Funktionäre Pizza schmecken ließen, begründete Dr. Ferber noch einmal die Notwendigkeit und hohe Wertigkeit der Arbeit der Börde-Schüler/innen:
„ Für das Haus Dassel existieren keine historischen Baupläne und -aufzeichnungen. Die vorhandenen Pläne geben lediglich Aufmaße der Nutzungsflächen im Innenbereich und grobe Fassadenansichten wider. In so fern sind wir über weitergehende Infos jeglicher Art sehr dankbar!“
Kurz gingen die beiden Börde-Berufskolleg-Lehrer dann noch einmal auf das Berufsbild der Denkmaltechnischen Assistenten ein, um deren Möglichkeiten realistisch einschätzen zu können:
„Das Berufsbild „Bautechnische Assistenten/innen mit Schwerpunkt Denkmalpflege“  hat die Erfassung und Dokumentation historischer und moderner Bausubstanz zur Aufgabe und soll Lücken zwischen Bauzeichner und Architekten bzw. Kunsthistorikern schließen. Bautechnische Assistentinnen und Assistenten unterstützen und arbeiten nach ihrem Berufsabschluss  unter anderem in Denkmalbehörden, Architekturbüros, kirchlichen Bauämtern, Handwerksbetrieben und in der Archäologie. Da die Schüler/innen mit dem Abschluss am Börde-Berufs-Kolleg neben dem Berufsabschluss zusätzlich die Fachhochschulreife erwerben, stellt ihre Ausbildung eine optimale Vorbereitung auf ein Fachhochschulstudium der Architektur oder des Bauingenieurwesens dar.
Die 3-jährige Ausbildung ist sehr breit gefächert und beinhaltet die Vermittlung der verschiedenen Kunstepochen, der Vielfallt von Baustilen und den sicheren Umgang mit technischen Geräten, wie den Einsatz von Lasertechnik und Computer. So vorbereitet,  machen sie sich die Auszubildenden auf den Weg,  historische Bauwerke zu erfassen und die gewonnenen Messdaten anschließend mittels Computertechnik auszuwerten. Ihre Ergebnisse sind letztlich Detailzeichnungen z.T. höchstkomplexer Bauwerke und ergänzende Baubeschreibungen!“

„Wir sind hocherfreut über Ihren Einsatz und natürlich gespannt auf die erzielten Ergebnisse!“ fasste Dr. Ferber treffend zusammen.

Nach Auswertung der am Freitag erfassten Daten werden die Schüler/innen in wenigen Wochen erneut ins Haus Dassel kommen, die begonnene Arbeit fortzusetzen, um weitere Aufschlüsse zu erhalten.